Macarons –Der Survivalguide für dein Macaron-Glück

Wo ich mich die letzte Woche herumgetrieben habe? Wer mir auf Instagram folgt, der sah letzte Woche einen Schnappschuss meiner selbstgebackenen Macarons. Es war bereits mein dritter Versuch an diesem besagten Samstag, der rein optisch gesehen, geglückt zu sein schien (mal abgesehen von ihrer merkwürdigen farblichen Erscheinung :D). Geschmacklich entpuppten sie sich jedoch leider als Enttäuschung, da sie zu trocken geraten waren. Das Handtuch werfen kam für mich aber nicht in Frage. Also startete ich am Sonntag einen weiteren Versuch. Jedoch vergebens, die Macaron-Göttin war nicht auf meine Seite zu kriegen. Und so verschanzte ich mich in meine Küche, wog unzählige Mengen an Puderzucker und Mandeln ab, strich sie durch ein feines Sieb, schlug Eischnee und backte dutzende Macarons, bis ich meinen Vorrat an Mandeln schließlich komplett aufgebraucht hatte. Macarons mint mit weißer Schokoladen Ganache und Marmelade gefülltMit einem neuen Vorrat an Mandeln, wagte ich mich dieses Wochenende also ein weiteres Mal an die kleinen Diven heran. Neues Wochenende, neues Glück oder so.  Wer sich schon mal an Macarons probiert hat, kennt sicherlich das folgende Szenario: Grammgenaues Abwiegen der Zutaten, geduldiges Sieben der Puderzucker-Mandel-Mischung, kritisches Begutachten der Konsistenz des Teiges und der spannende Augenblick, ob die Masse a) glänzt und b) auch ja vom Teigschaber fließt, aber trotzdem leicht zähflüssig ist! Erstes erleichtertes Aufatmen, wenn bisher alle Anzeichen für gelungene Macarons nach Vorschrift eintreffen. Zeit, für ein kurzes Durchatmen, während die Macarons trocknen, bevor wir ihnen einheizen, sanft versteht sich! Mit einer Tasse Kaffee bewaffnet wird schließlich vor dem Ofen Position bezogen: Jetzt bloß nicht die Macarons aus den Augen lassen!

Macarons mint dekoriert mit weißer Schokoladen-Zitronen-GanacheBanges Warten vor dem Ofen…Gehen sie hoch? Bekommen sie Füßchen? Ist es ihnen zu heiß, werden sie schon braun? Fragen über Fragen. Mein Backprotokoll: Versuch 1 hatte ich zu früh herausgenommen und sackte zusammen. Versuch 2 war nicht eingesackt, aber die Macarons waren dafür innen noch leicht feucht und ließen sich nicht von der Backmatte lösen, oben waren sie dafür bereits schon zu dunkel geraten. Füßchen hatten sich hingegen immer gebildet und über Zipfelchen oder Risse konnte ich auch nicht klagen. Lag es vielleicht an meiner Silikonmatte oder doch am Teig? Um der Ursache endgültig auf den Grund zu gehen, rührte ich neuen Teig an und verwendete dieses Mal sowohl die einfache Variante mit Backpapier, als auch die Silikonmatte. Damit meine Macarons halbwegs in Form blieben, zeichnete ich auf das Backpapier kleine Kreise. Damit sie nicht wieder so schnell braun wurden, setzte ich sowohl die Temperatur, als auch das Blech im Ofen nach unten. Und dann der Durchbruch! Schuld für das Misslingen waren weder die Silikonmatte, noch der Teig selbst! Beide Varianten (Backblech und Silikonmatte) funktionierten hervorragend. Grund für mein Scheitern waren ganz klar die Temperierung und die Positionierung im Ofen gewesen! Meiner Erfahrung nach also die Kür: Das richtige Maß für beide Komponenten finden.

Macarons mint gefüllt mit Orangenmarmelade und GanacheEt voilà, da waren sie: 2 Wochenenden, 2 Rezepte, 2 Blessuren und gefühlte 200 Macarons später war es vollbracht. Optisch ansprechende und geschmacklich köstliche Macarons erblickten das Licht meiner Küche! All das Abwiegen, Sieben, Mixen und Warten vor dem Ofen hatte sich endlich ausgezahlt! Denn die beste Macaron-Mischung nützt nichts, wenn Ofentemperatur und -zeit nicht stimmen! Mein erster Halbmarathon, welchen ich dieses Wochenende gelaufen bin, war ja nichts dagegen 😀 (bei so viel Kuchen&Co., die auch immer probiert werden wollen, darf Bewegung nicht fehlen;)). Nach all dem Training, sowohl in der Küche, als auch in Vorbereitung auf unseren Lauf, wurde ich belohnt und es gab dieses Wochenende gleich die doppelte Menge an Glücksgefühlen für mich!

Macarons mint gefüllt mit Orangenmarmelade und Ganache2

Rezept für Macarons mit zweierlei Schokoladenganache

(ausreichend für ca. 20 Stück, variiert je nach Größe, Rezept von hier)
36 g blanchierte, gemahlene Mandeln
66 g Puderzucker
30 g Eiweiß (zimmerwarm)
10 g feinen Zucker
1   Prise Salz
Paste oder Pulver zum Einfärben

Weiße Schokoladenganache mit Zitronennote

150 g weiße Kuvertüre
50 g Sahne
abgeriebene Zitronenschale einer Bio-Zitrone
+ Marmelade wer mag

Zartbitterganache mit feiner Minzenote

75 g Zartbitterkuvertüre
75 g Sahne
abgezupfte frische Minze

Macarons mint mit Konfetti pink und gold2

Zubereitung Macarons
Macarons
Vorbereitungszeit:
Back/Kochzeit:
Zubereitungszeit:
  1. Zunächst die Mandeln und den Puderzucker genau abwiegen und zusammen in eine Küchenmaschine geben. Mit Hilfe der Küchenmaschine Mandeln und Puderzucker zu feinem Mehl verarbeiten. Danach nochmals durch ein Sieb streichen, damit keine Klümpchen übrig bleiben.
  2. Eiweiß abwiegen, eine Prise Salz hinzugeben und mit dem Handmixer schaumig aufschlagen. Nach und nach vorsichtig den Zucker einrieseln lassen und steif schlagen, bis ein glänzender, fester Eischnee entsteht.
  3. Für die gewünschte Farbe, Gel oder Pulver vorsichtig in das Eiweiß geben.
  4. Nun in drei Teilen die Puderzucker-Mandel-Mischung zum Eischnee geben und mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben. Die Masse sollte glänzen und zähflüssig vom Teigschaber laufen.
  5. Masse in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen und senkrecht auf ein Backblech oder Silikonmatte spritzen. Die Macarons an einem warmen Ort für eine Stunde trocknen lassen.
  6. Der nächste Schritt kann nun von Ofen zu Ofen unterschiedlich sein: Ich habe meinen Ofen auf 130°C Umluft vorgeheizt und die Macaron auf der zweiten Schiene von unten für 15 Minuten gebacken (Silikonmatte) und für 20 Minuten auf dem Backblech. Hier müsst ihr wirklich ein bisschen experimentieren!
  7. Auskühlen lassen und anschließend nach Belieben füllen.
  8. Für die weiße Schokoladenganache: Sahne zusammen mit der abgeriebenen Zitronenschale erhitzen. Von der Kochstelle nehmen. Kuvertüre fein hacken und unter Rühren in der Sahne schmelzen. In einen Spritzbeutel füllen und für mindestens 2 Stunden kühlen.
  9. Für die Zartbitterganache: Ebenfalls Sahne zusammen mit der Minze aufkochen. Zartbitterschokolade fein hacken und unter Rühren in der Sahne schmelzen. In einen Spritzbeutel abfüllen und ebenfalls kühlen. Zum krönenden Abschluss durfte eine große Portion Konfetti nicht fehlen!

Hier noch ein paar Tipps:

  • für die Perfektionisten unter uns: kleine Bläschen könnt ihr mit Hilfe von Zahnstochern aufpieksen
  • als Unterlage für die Silkonmatte eignet sich ein Gitterrost besser, als ein Blech
  • je länger die Macarons trocknen können, umso besser

Macarons mint mit Konfetti und Minze BlättchenWenn Macarons erst einmal gelungenen sind und man sie schließlich fertig in den Händen hält, sind all die Anstrengungen schnell vergessen, auch wenn sie eine echte Geduldsprobe für mich waren! Die dürft ihr auf keinen Fall verlieren! Üben, üben, üben ist der Schlüssel zum perfekten Macaron-Glück 😉

Alors, à bientôt,

2 comments

  1. Oh wie toll, dass es endlich geklappt hat. Obwohl ich selbst schon sehr backerprobt bin, habe ich mich noch nie an Macarons gewagt.
    Aber vielleicht sollte ich das mit deinen Tipps mal tun, das Rezept speichere ich auf jeden Fall direkt mal ab. 🙂
    Liebe Grüße, Lali

    1. Liebe Lali,
      meine Daumen sind gedrückt, solltest du dich demnächst ans Macaron-Backen heranwagen 😉

      Ganz liebe Grüsschen nach Hamburg*

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